Kai Mauritz berichtet aus der Stabsstelle

Kinder und Jugendliche stark machen

Lippische Landessynode hört Bericht über den Stand der Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt

Kreis Lippe/Lemgo. Der Leiter der Stabsstelle Prävention sexualisierte Gewalt der Lippischen Landeskirche, Pfarrer Kai Mauritz, gab am Samstag, 13. Juni, vor der Lippischen Landessynode einen Bericht über den aktuellen Stand der Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt.

Im vergangenen Jahr  wurden der Landeskirche elf Fallkonstellationen gemeldet, in diesem Jahr sind es bereits sieben neue Meldungen, berichtet Kai Mauritz: „Ein Fall betrifft Vorkommnisse aus dem Jahr 1929, die anderen Fallkonstellationen betreffen die 50er und 80er Jahre sowie die ersten beiden Jahrzehnte dieses Jahrhunderts. Eine Meldung beschreibt sexuelle Belästigung im beruflichen Kontext, in den anderen sechs Meldungen wird von schwerwiegenden Vorfällen sexualisierter Gewalt an Kindern oder Jugendlichen berichtet. Hinter diesen Zahlen stehen betroffene Menschen, deren Lebensgeschichte nachhaltig von den schlimmen Erfahrungen geprägt wird.“ Dies werde in Gesprächen mit Betroffenen immer wieder erschütternd deutlich.

„Ein wichtiges Ziel von Aufarbeitung sexualisierter Gewalt ist unser Lernen für die Zukunft,“ so Kai Mauritz weiter: „Als Institution müssen wir verstehen, was sexualisierte Gewalt begünstigt und ermöglicht hat. Wir müssen Energie und Engagement investieren und unseren Beitrag leisten, um Kinder und Jugendliche stark zu machen gegen Täterstrategien. Wir müssen sprachfähig werden, um Kinder und Jugendliche sprachfähig zu machen.“

Zur Unterstützung dieser Ziele wurde die Arbeitsgruppe „Aufarbeitung sexualisierter Gewalt“ gegründet. Die fünf Mitglieder, darunter auch zwei betroffene Personen, befassen sich mit der Aufarbeitung bereits bekannter Fallkonstellationen sowie mit allen aktuellen Themen, die mit sexualisierter Gewalt im Bereich der Lippischen Landeskirche zu tun haben. Unter anderem sollen für die Gemeindearbeit praxisnahe Anregungen und Ideen entwickelt werden, wie der Schutz von Kindern und Jugendlichen verbessert werden kann und was es potentiellen Tatpersonen schwer macht, ihre Absichten umzusetzen.

 

Infos zur Lippischen Landeskirche:

Höchstes Leitungsgremium der Landeskirche ist die Lippische Landessynode mit 59 Synodalen. Sie tagt in der Regel zweimal im Jahr. Zwischen den Synodentagungen leitet der Landeskirchenrat mit seinen sieben Mitgliedern die Landeskirche. Hier hat der Landessuperintendent den Vorsitz. (Vakanz-Vertretung: der Präses der Landessynode, Pfarrer Michael Keil).

 

Rund 125.000 Gemeindeglieder
65 reformierte und lutherische Gemeinden (54 ref., 10 luth., 1 ev.*)
4 reformierte und 1 lutherische Klasse
59 Synodale


*  Lockhausen-Ahmsen ist eine evangelische Kirchengemeinde mit Mitgliedschaft in der reformierten Klasse West und in der Lutherischen Klasse.

 

Von den Kirchensteuereinnahmen (geschätztes Kirchensteueraufkommen für 2026: 32,5 Millionen Euro) behält die Landeskirche 32 Prozent zur Finanzierung ihrer Aufgaben (zum Beispiel Tageseinrichtungen für Kinder, Funktionspfarrer, Jugendarbeit, Bildungsarbeit, Diakonie, Ev. Beratungszentrum).

30 Prozent fließen in den Gemeindepfarrstellen-Haushalt.

38 Prozent werden an die einzelnen 65 Kirchengemeinden nach einem bestimmten Verteilerschlüssel weitergeleitet.
Neben den Ausgaben für kirchengemeindlichen Aufgaben, der Bauunterhaltung, Betriebskosten usw. werden aus diesem Anteil unter anderem die Küsterinnen, Gemeindesekretäre, Kirchenmusikerinnen finanziert.

 

Weitere Infos u.a. zu Struktur und Finanzen:

www.lippische-landeskirche.de/transparenz